Film-Kritik zu Jurassic World: Der Park ist eröffnet!

11.06.2015 11:25 | Movie


Jurassic World (USA, 2015)
Regisseur: Colin Trevorrow
Cast: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D´Onofrio, Omar Sy

Story:

22 Jahre nach den Ereignissen im Jurassic Park wurde John Hammonds Traum eines Vergnügungsparks, dessen größte Attraktion lebende Dinosaurier sind wahr. Die Jurassic World lockt jedes Jahr Millionen von Besuchern an, aber diese wollen auch immer wieder etwas neues entdecken. Aus diesem Grunde begann man mit der Züchtung einer neuen Saurier-Rasse namens Indominus Rex, welcher über ausgeprägte Tarnfähigkeiten verfügt und überaus intelligent ist. Um die Sicherheit des Geheges zu gewährleisten wendet sich Park-Managerin Claire (Bryce Dallas Howard), für die die lebenden Wesen nur Produkte sind an den Ex-Soldaten Owen (Chriss Pratt). Dieser erforscht abseits des Parkgeländes das Rudelverhalten von Velociraptoren. Als der Indominus Rex bei einer Kontrolle entkommen kann, sind Owens Raptoren die letzte Hoffnung.
 


 

Mit Jurassic Park gelang Regisseur Steven Spielberg im Jahre 1993 ein Meilenstein der Filmgeschichte und löste damit einen Dinosaurier-Hype aus. Die Giganten der Urzeit waren wieder salonfähig und fast jedes Kind hatte mindestens einen Plastikdino in der Spielkiste. Zu verdanken war dies der damals modernsten Technik und Spielbergs Gespür für fantastische Bilder und eine spannende sowie gesellschaftskritische Geschichte. Zwei Fortsetzungen versuchten in den Jahren 1997 und 2001 nochmal auf der Erfolgswelle zu reiten, kamen aber nicht annähernd an den Erstling heran.

Mit Jurassic World wagt sich nun Regisseur Colin Trevorrow erstmals an einen Blockbuster. Ihm zur Seite stand Altmeister Steven Spielberg, welcher als ausführender Produzent agiert. Mit Chris Pratt und Bryce Dallas Howard entschied man sich für zwei aufstrebende Schauspieler in Hollywood. Unterstützt von Vincent D´Ofrino und Omar Sy hat man einen talentierten Cast auf die Beine gestellt, jedoch bekommt kaum einer von ihnen die Chance in seiner Rolle zu glänzen. Zu oberflächlich und stereotypisch bleiben die Charaktere. Insbesondere die beiden Brüder Gray und Zach wirken auf den ersten Blick etwas störend, ermöglichen dem Zuschauer jedoch einen Blick in den Alltag des Parks, was einen sehr willkommenen Gegenpol zu dem Drama hinter den Park-Kulissen darstellt. Diese Perspektive macht den Vergnügungspark erst wirklich fühlbar, wenn sie mit der Monorail durch die von Sauriern belebten Ebenen fahren oder an Souvenier-Shops vorbeilaufen. Ein Gefühl, dass die Vorgänger nie zu übertragen wussten. Auf der anderen Seite stehen Mitarbeiter des Parks vor der Bedrohung des Indominus Rex, der sich unaufhaltsam den Besuchern nähert und auf seinem Weg viele Tote und Verletzte zurücklässt. Hier zeigt sich Jurassic World auch von seiner gesellschaftskritischen Seite, denn aus den Fehlern der Vergangenheit hat man nichts gelernt und um mehr Profit zu generieren bringt man den Gottkomplex auf die nächste Stufe und erschafft ein Monster, das man nicht zu kontrollieren vermag. Das Konzept von höher, schneller und weiter lässt sich auch auf die Meta-Ebene des Films übertragen, denn anstatt den Start einer neuen Trilogie als Aufguß des 1993er Meisterwerks zu konzipieren, entwickelt man das bestehende konsequent weiter um alte Fans auch für den bereits vierten Film der Jurassic Park Saga zu begeistern. Dabei wird um die Vergangenheit auch kein großer Bogen gemacht, sondern anerkennend im Film eingebaut. So stoßen die beiden Brüder auf das einstige und nun verwitterte Parkzentrum oder ein Mitarbeiter trägt ein Shirt mit dem Logo des alten Parks.

Jurassic World ist ein gut durchgeschüttelter Mix aus Science Fiction, Abenteuer und Horror, mit einer großen Portion Spannung und dank ILM hervorragend animierten Dinosauriern. Selbst Animatronics kamen wieder zum Einsatz und lassen die Kreaturen lebendiger wirken. Untermalt werden die Bilder von Michael Giacchinos Kompositionen, welche die Szenen jederzeit gekonnt zu unterstützen wissen und sogar das Thema von John Williams erneut aufgreifen. Jedoch hat Jurassic World auch ein paar Probleme, so weicht die unterschwellige Kritik zum dritten Akt den Actionsequenzen, welche zwar großartig inszeniert sind, jedoch den Film in diesem Moment nur zu einem weiteren Hollywood Blockbuster werden lassen.

Der 3D Zuschlag mag sich nur bedingt lohnen. Dieser bringt einen Tiefeneffekt, bietet darüber hinaus aber nur wenig Mehrwert.
 


 

Fazit:

Jurassic World ist der beste Dinosaurierfilm seit Jurassic Park und bietet tolle Unterhaltung mit sympathischen Darstellern und einer atemberaubenden technischen Präsentation, verliert sich aber gegen Ende zu sehr in typische Action-Muster.

7,5 / 10
 
 
 

 

Parallel zum Kinofilm hat Hasbro auch einige JURASSIC WORLD Dino-Actionfiguren losgelassen, die es selbstverständlich auch hier in unserer Sektion käuflich zu erwerben gibt.

 

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