Film-Kritik zu Mad Max: Fury Road

19.05.2015 06:10 | Movie

Vor 30 Jahren hat George Miller mit seinem kleinen Film "Mad Max" das Actiongenre vollkommen verändert. Mit der Fortsetzung "Der Vollstrecker" ging er noch einen Schritt weiter und hat ein Paradebeispiel für einen Actionfilm geliefert, an dem sich einige der ganz großen Regisseure (Cameron, Del Toro, Rodriguez, Fincher u.A.) orientiert haben. Mit "Jenseits der Donnerkuppel" fand die Trilogie ein Ende und machte die Reihe zum Teil der Filmgeschichte. Und nach 30 Jahren kehrt genau dieser George Miller zu seinem Genre, zu seinem Franchise zurück und liefert eine Show ab, mit der sich heutiges Kino nicht mehr messen lassen kann!

 

 

Story:
Am Ende der Welt fällt der ehemalige Cop und Vollstrecker Max Rockatansky (Tom Hardy) den Warboys vom Wüstendiktator Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) in die Hände und wird prompt gefangen genommen. Auf der Flucht trifft er eine von Joes Fahrern, Imperator Furiosa (Charlize Theron), die dem Tyrannen ein paar Habseligkeiten gestohlen hat. Schon geht die Verfolgungsjagd durchs ausgetrocknete Ödland los und die beiden Einzelgänger Max und Furiosa gehen ein Bündnis ein, dass sich schon bald auszahlen wird.

Nach einer äußerst langen Planung (ca. 10 Jahre) und problematischen Produktion, einem neuen Hauptdarsteller und der Aufsicht des Studiochefs kommt der endgültige Release von Fury Road fast einem Wunder gleich. Niemand hätte gedacht, dass der Film mit so einer Wucht auf der Leinwand einschlägt und Miller zeigt allen Blockbustern der letzten Jahre, was Action bedeutet.
Hier wird keine CGI Orgie gefeiert, es muss keine Stadt dem Erdboden gleich gemacht werden oder sonstwas. Was hier zelebriert wird, ist die pure Freude an der Zerstörung und Spaß an irrwitzigen Stunts. Handgemachtes Actionkino, das zum Großteil auf den Einsatz von CGI verzichtet.

 

 

Dabei wird klar, dass Mad Max: Fury Road ein visuelles Spektakel ist. Es wird nicht viel gesprochen, es wird gehandelt. Durch die Taten und Mimik der Charaktere erfährt man dennoch einiges. Außerdem wird sehr viel durch das Aussehen der Figuren klar gemacht. Furiosa und ihre Armprothese, ihr Imperator Öl-Make-Up und die knallharte Art und Weise zeigen, womit Max es hier zutun hat.
Dabei wird auch klar, dass eben dieser eine relativ zurückgenommene Rolle in dem ganzen Spektakel einnimmt und die eigentliche Hauptfigur Furiosa selbst ist.
Allerdings steht Max der junge Warboy Nux (Nicholas Hoult) zur Seite, der unbedingt durch seine Taten Immortan Joe ehren will, aber erkennt, dass er auch eigene Entscheidungen treffen kann, um seinen Weg nach Walhalla zu finden. Ein richtiger Kumpel für Max wird er jedoch nicht. Das ist aber nicht schlimm, denn Max macht im Grunde damit genau das, was er bereits in den vorherigen Teilen getan hat. Auf der Suche nach Ressourcen wird er in eine Situation geworfen, in der er einigen Überlebenden helfen muss, um sich selbst zu helfen. Danach verschwindet er wieder, wie er gekommen ist: alleine.

 

 

Fury Road verzichtet bei der ganzen Zerstörung zum Großteil auf CGI Effekte, die heutzutage im Kino nicht mehr wegzudenken sind. Aber Miller macht mit seiner Vision deutlich, dass heute viel mehr geht, als damals und dass es absolut brachialer und gewaltiger durch Echtheit aussieht, als wenn man es vom Computer erstellen lässt. Sämtliche Kaltverformungen wurden am Set gedreht. Wenn ein Auto zu Schrott gefahren wird, dann wurde es das tatsächlich. Explosionen, Kleinteile, Feuer, Schläge, irrwitzige Stunteinlagen - alles wurde von einem genauso wahnsinnigem Team ins Leben gerufen um einen wahnsinnig guten Film zu schaffen, den man heutzutage nicht mehr gesehen hat. Das alles wird von einem verdammt guten Soundtrack des Niederländers Tom Holkenborg (aka Junkie XL) unterlegt, der schon für 300 - Rise of an Empire den Soundtrack geschrieben hat. Die Musik ist genauso wuchtig, wie die Zerschrottungen und unterlegt die Bilder mit einer fesselnden und harten Gewalt. Anbei wird Immortan Joes Warparty von einem besonderen Fahrzeug begleitet, dass voll mit Paukenspielern und einem sehr, sehr engagierten Gitarrenspieler die Meute anheizt. Die Musik und Bilder fließen dabei förmlich ineinander ein und bilden eine unnachahmliche Einheit.

 

 

Was auffällt: Fury Road beschäftigt sich dabei viel mit den weiblichen Figuren. Bei all der Gewalt und Brutalität müssen sich die Frauen ebenso durchschlagen wie die für's Genre typisch harten Kerle. Furiosa und die anderen Frauen im Film sind genauso hart im Nehmen. Sie springen und kämpfen genauso auf den Fahrzeugen herum, wie alle anderen auch und beweisen dabei, dass sie niemanden in Nichts nachstehen. Durch einige klevere Szenen und Motive macht Miller eben dies klar. Da fliegt auch schonmal ein mit Zähnen besetzter Keuschheitsgürtel mit einem Tritt durch die Wüste.

Fazit:
Mad Max: Fury Road ist ein visuelles und akustisches Meisterwerk. George Miller kehrt nach all den Jahre zurück in sein Vision der Zukunft und zeigt mal eben so den Blockbustern der letzten Jahre, was es heißt Kino zu machen.
Ein Film, den das Kino dringend nötig hatte, um nochmal klar zu zeigen, was alles möglich ist, wenn man wirklich mit Herzblut bei der Sache ist und sich nicht nur auf Möglichkeiten die CGI bietet verlässt. Es wird klar, dass wenn man selber Hand anlegt, die Crashs und Zerstörungen immer noch am besten aussehen und dieser Film beweist es.
Er stellt die umgeworfenen Regeln des Actionkinos wieder auf und betoniert sie noch fester ein als damals!

10/10

 


OT: Mad Max: Fury Road (AU/USA 2015)

Regie: George Miller. BUCH: George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris.

Musik: Tom Holkenborg aka Junkie XL.

Kamera: John Seale.

Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Rosie Huntington-Whiteley, Zoë Kravitz, Riley Keough, Abbey Lee, Courtney Eaton, Richard Carter, Iota, John Howard, Angus Sampson, Nathan Jones, Josh Helman, Melissa Jaffer.

Laufzeit: 120 Min.

 

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Kommentare

uxomeuqo, 18.05.2016 12:22

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ucosulilexe, 18.05.2016 12:05

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iwuvupom, 06.04.2016 22:12

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